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Donnerstag, 27. November 2014

ORA-01041 - eine Frage der Zeit

Betreibt man einen RAC , kann man aus heiterem Himmel einen ORA-01041 (ORA-01041: Interner Fehler: hostdef-Erweiterung ist nicht vorhanden) bekommen, wenn man sich auf dem Knoten über die Betriebssystemauthentifizierung mit der DB verbinden möchte.
Zum Beispiel:
c:\rman target /

Recovery Manager: Release 11.2.0.4.0 - Production on So Nov 23 06:00:01 2014

Copyright (c) 1982, 2011, Oracle and/or its affiliates.  All rights reserved.

RMAN-00571: ===========================================================
RMAN-00569: =============== ERROR MESSAGE STACK FOLLOWS ===============
RMAN-00571: ===========================================================
RMAN-00554: Initialisierung des internen Recovery Manager Packages nicht erfolgreich
RMAN-04005: Fehler aus Zieldatenbank: 
ORA-01041: Interner Fehler: hostdef-Erweiterung ist nicht vorhanden
Mit sqlplus bietet sich das gleiche Bild.
Ein "normaler" connect auf die DB ist hingegen möglich und die Anwendungen auf der DB sind nicht beeinträchtigt.
Eine Ursache des Problems ist möglicherweise die Systemzeit auf dem Server.
Wenn man einen WindowsServer für die RAC-Installation einrichtet, sind Einstellungen in der Registry zu treffen, die verhindern, dass die Zeit zurückgestellt werden kann. ("Set the value for MaxNegPhaseCorrection to 0.": http://docs.oracle.com/cd/E14848_01/doc/install.112/e10817/prewin.htm#BABJBHFH)
Wenn die Uhr des Servers nun etwas zu schnell läuft und vorgeht, kann der Windowsdienst die Uhr nicht mehr korrigieren.
Irgendwann geht die Uhr des Servers mehr als 5min vor und dann passiert folgendes:
Der Server fliegt aus der Domäne. (http://support.microsoft.com/kb/884776/de) Ohne Domäne funktioniert die OS-Authentifizierung nicht mehr und der ORA-01041 kommt.
Dann hilft nur Clusterware stoppen, Zeit stellen, Clusterware starten.
  1. c:\>crsctl stop crs
  2. c:\>net stop w32time
  3. c:\>net start w32time
  4. c:\>w32tm /resync
  5. c:\>crsctl start crs
In einem anderen, neueren Dokument ist Oracle mit dem Wert für MaxNegPhaseCorrection übrigens nicht so restriktiv. Hier sind auf einmal 600s erlaubt:
https://docs.oracle.com/cd/E11882_01/install.112/e48194/prewin.htm#BAJHCEDG



Donnerstag, 6. März 2014

Powershell und Oracle-connect

Ein Testconnectskript

Die PowerShell ist ein tolles Werkzeug. Man kann Sie für ausgeklügelte Backupskripte benutzen, das Housekeeping damit automatisieren und auch auf die Oracle-DB zugreifen.
Der Zugriff ist manchmal nicht so einfach einzurichten. Gerade, wenn es mehrere ORACLE_HOMEs auf dem Rechner gibt, kann man eine Menge Zeit mit der Suche nach dem richtigen Connectionstring und dem genutzten ORACLE_HOME verschwenden - ich habe jedenfalls schon viel Zeit damit verschwendet.
Deshalb nutze ich seit einiger Zeit dieses Test-Skript, welches ich auf dem entsprechenden Rechner nur noch anpasse:



$AssemblyFile     = "D:\oracle\product\11.2.0.4\dbhome_1\ODP.NET\bin\2.x\Oracle.DataAccess.dll"
$ConnectionString = "Data Source=(DESCRIPTION=(ADDRESS=
                        (PROTOCOL=TCP)
                        (HOST=server01)
                        (PORT=1521))
                        (CONNECT_DATA=(SERVICE_NAME=orcl)));
                        User Id=oradba;
                        Password=orapwd"
$CommandText = "SELECT count(*) FROM all_users"
[Reflection.Assembly]::LoadFile($AssemblyFile)
$OracleConnection = ""
$OracleConnection = New-Object -TypeName Oracle.DataAccess.Client.OracleConnection
$OracleConnection.ConnectionString = $ConnectionString
$OracleConnection.Open()
$OracleCommand = New-Object -TypeName Oracle.DataAccess.Client.OracleCommand
$OracleCommand.CommandText = $CommandText
$OracleCommand.Connection = $OracleConnection
$OracleDataAdapter = New-Object -TypeName Oracle.DataAccess.Client.OracleDataAdapter
$OracleDataAdapter.SelectCommand = $OracleCommand
$DataSet = New-Object -TypeName System.Data.DataSet
$OracleDataAdapter.Fill($DataSet)
$OracleDataAdapter.Dispose()
$OracleCommand.Dispose()
$OracleConnection.Dispose()
$OracleConnection.Close()
$DataSet.Tables[0]

Hier müssen nur die Variablen $AssemblyFile und $ConnectionString angepasst werden. Wenn alles in Ordnung ist, sieht die Ausgabe so aus:

Powershell ISE ohne tnsnames.ora

Ich verwende sehr gern die PowerShell ISE. Beim Testen zickt sie aber gern.
Wenn man auf eine DB zugreifen möchte (korrekter Code, alles i.O....) und die DB ist in der tnsnames.ora nicht korrekt eingetragen, bekomme man einen Fehler.
Soweit korrekt.
Jetzt korrigiert man natürlich die tnsnames.ora und versucht den connect erneut.
Die überraschende Folge: Gleiche Fehlermeldung.

Wenn man jetzt aber die PS ISE schließt, erneut startet und den selben Code wieder ausführt: keine Fehlermeldung, alles läuft durch!?!

Meiner Meinung nach prüft die ISE die Systemumgebung nicht erneut oder hat einen Cache, der nicht geleert wird - was auch immer - und liest die aktualisierte tnsnames.ora nicht.
Das ist der Grund, warum ich oben genanntes Skript verwende. Es greift nicht auf die tnsnames.ora zu sondern  nutzt direkt den Connectionstring. (http://www.connectionstrings.com/oracle/)

Mittwoch, 26. Februar 2014

Oracle, Windowsdienste und ORA-12631

Damit die DB auch ins Netzwerk schreiben kann, muss der entsprechende Dienst unter einem Domainuser laufen.
Beim RMAN ist das zum Beispiel sehr nützlich, aber auch beim RAC kann man das gut gebrauchen, sofern die Instanzen der verschiedenen Nodes auf das Filesystem ihrer Kollegen zugreifen müssen.
Das lässt sich bequem über die Oberfläche einrichten (services.msc):
  1. rechte Maustaste auf dem Dienst und Properties auswählen
  2. auf den Reiter "Log On" wechseln
  3. This Account und 
  4. Account und Passwort angeben.
  5. OK
  6. Dienst neu starten und fertig.
Das könnte so einfach sein. Allerdings sollte man einen Fallstrick beachten.
Sofern man den Account bequem per Button "Browse" und anschließendem "Check Names" auswählt, wird das ganze nicht mehr wie gewohnt funktionieren.

 

In diesem Fall wird Windows den Account im Format "oradba@my.domain" eintragen.
Die Folge ist ein ORA-12631 beim Versuch eines Connects per NTS:

 Die Lösung: Der Username muss händisch im Format "domain\username"eingetragen werden:
Dann funktioniert alles wie gewohnt.


Montag, 28. Oktober 2013

CRSCTL – RAC-Statusausgabe und -verwertung

Eine einfache Möglichkeit, den Status eines RAC auszugeben, bietet CRSCTL.
D:\>crsctl status resource –t 
oder kürzer:
D:\>crsctl stat res –t
--------------------------------------------------------------------------------
NAME           TARGET  STATE        SERVER                   STATE_DETAILS
--------------------------------------------------------------------------------
Local Resources
--------------------------------------------------------------------------------
ora.LISTENER.lsnr
               ONLINE  OFFLINE      rac2
--------------------------------------------------------------------------------
Cluster Resources
--------------------------------------------------------------------------------
ora.LISTENER_SCAN3.lsnr
      1        ONLINE  OFFLINE
ora.orcl.db
      1        OFFLINE OFFLINE                               Instance Shutdown
      2        OFFLINE OFFLINE
Dieser Befehl liefert - gesteuert durch den Parameter "-t" eine eingeschränkte tabellarische Ansicht aller Ressourcen. "-h" liefert möglicher weitere Parameter.
     resName [...]     Ein oder mehrere durch Leerzeichen getrennte Ressourcennamen
     -w                Ressourcenfilter (Beispiel: "TYPE = ora.database.type")
     -p                Gibt statische Konfiguration aus
     -v                Gibt Laufzeitkonfiguration aus\r
     -e                Wertet Sonderwerte einer Ressourceninstanz aus\r
     -f                Gibt vollständige Konfiguration aus\r
     -l                Gibt alle Kardinalitäts- und Grad-Member aus
     -g                Prüft, ob Ressourcen registriert sind\r
     -k                Kardinalitäts-ID\r
     -d                Grad-ID\r
     -n                Servername\r
     -s                Ruft Zielserver für Umspeichern ab\r
     -t                Tabellarische Anzeige
Will man das Ergebnis verskripten, ist die tabellarische Ausgabe ungeeignet. Man lässt besser den Schalter „-t“ weg.
D:\>crsctl stat res
NAME=ora.LISTENER.lsnr
TYPE=ora.listener.type
TARGET=ONLINE
STATE=OFFLINE

NAME=ora.LISTENER_SCAN3.lsnr
TYPE=ora.scan_listener.type
TARGET=ONLINE
STATE=OFFLINE

NAME=ora.orcl.db
TYPE=ora.database.type
TARGET=OFFLINE, OFFLINE
STATE=OFFLINE, OFFLINE
Dieses Ergebnis kann man schon besser in z.B. der Powershell verarbeiten.
Die Ausgabe ist allerdings im Normalfall allumfassend.

Filter - Ich will nur Probleme sehen!

Wenn man nicht die Dinge sehen will, die in Ordnung sind, sondern nur die, die Probleme bedeuten, kann die Ausgabe mit „-w“ gefiltert werden.
D:\skripte>crsctl stat res -t -w "STATE != ONLINE"
Oder
D:\skripte>crsctl stat res -t -w "TARGET != ONLINE"
Das lässt sich hervorragend kombinieren:
D:\skripte>crsctl stat res -t -w "(TARGET != ONLINE OR STATE != ONLINE)"
--------------------------------------------------------------------------------
NAME           TARGET  STATE        SERVER                   STATE_DETAILS
--------------------------------------------------------------------------------
Local Resources
--------------------------------------------------------------------------------
ora.LISTENER.lsnr
               ONLINE  OFFLINE      rac2
ora.gsd
               OFFLINE OFFLINE      rac1
               OFFLINE OFFLINE      rac2
ora.ons
               ONLINE  OFFLINE      rac2
--------------------------------------------------------------------------------
Cluster Resources
--------------------------------------------------------------------------------
ora.LISTENER_SCAN3.lsnr
      1        ONLINE  OFFLINE
ora.orcl.db
      1        OFFLINE OFFLINE                               Instance Shutdown
      2        OFFLINE OFFLINE
GSD und ONS sind uninteressant? OK:
D:\skripte>crsctl stat res -t -w "((TARGET != ONLINE) OR (STATE != ONLINE)) AND (NAME != ora.gsd) AND (NAME != ora.ons)"
Besser als NAME ist die Verwendung von TYPE:
D:\skripte>crsctl stat res -t -w "((TARGET != ONLINE) OR (STATE != ONLINE)) AND (TYPE != ora.gsd.type) AND (TYPE != ora.ons.type)"
--------------------------------------------------------------------------------
NAME           TARGET  STATE        SERVER                   STATE_DETAILS
--------------------------------------------------------------------------------
Local Resources
--------------------------------------------------------------------------------
ora.LISTENER.lsnr
               ONLINE  OFFLINE      rac2
-------------------------------------------------------------------------------
Cluster Resources
--------------------------------------------------------------------------------
ora.LISTENER_SCAN3.lsnr
      1        ONLINE  OFFLINE
ora.orcl.db
      1        OFFLINE OFFLINE                               Instance Shutdown
      2        OFFLINE OFFLINE 
Und das Ganze noch einmal ohne "-t":
D:\skripte>crsctl stat res -w "((TARGET != ONLINE) OR (STATE != ONLINE)) AND (TYPE != ora.gsd.type) AND (TYPE != ora.ons.type)"
NAME=ora.LISTENER.lsnr
TYPE=ora.listener.type
TARGET=ONLINE
STATE=OFFLINE

NAME=ora.LISTENER_SCAN3.lsnr
TYPE=ora.scan_listener.type
TARGET=ONLINE
STATE=OFFLINE

NAME=ora.orcl.db
TYPE=ora.database.type
TARGET=OFFLINE, OFFLINE
STATE=OFFLINE, OFFLINE

Weiterverarbeitung in der Powershell

Auf Grundlage einer gefilterten crsctl-Ausgabe lassen sich verschiedene Möglichkeiten umsetzen.
So könnte man einen Listener, der OFFLINE gegangen ist, neu starten oder den Admin per Email über Probleme benachrichtigen lassen.
Hier ein sehr minimalistisches Beispiel:
$a = crsctl stat res -w "((TARGET != ONLINE) OR (STATE != ONLINE)) AND ((TYPE = ora.listener.type) OR (TYPE = ora.scan_listener.type))";
$to      = "admin@meinefirma.de"
$from    = "rac@meinefirma.de"
$smtp    = "email.meinefirma.de"
$body    = '';
$subject = '';
 
if($a){
    $subject = "Listener OFFLINE!";
    $body    = "Einer oder mehrere Listener sind offline!`r`n`r`n"
    $body   += [string]$a -replace " ", "`r`n"
}
else{}

send-mailmessage -to $to -from $from -body $body -subject $subject -smtpserver $smtp
Das Skript führt zunächst crsctl aus und filtert nach Listenern, die nicht ONLINE sind.
Die Rückgabe wird in eine Email gepackt und versendet.

Mittwoch, 9. Januar 2013

RAC Housekeeping unter Windows

Wie man seinen RAC sauber hält, wird in diesem Artikel der Deutschsprachigen DBA-Community von Sebastian Solbach beschrieben: Housekeeping 11gR2 RAC
Wie fast immer wird sich auf Linux bezogen. Ich fasse das Ganze für Windowsserver zusammen.
Ich bin einer der [ironie]Glücklichen[/ironie], der einen RAC auf WindowsServer2008 administriert.
Der Betrieb des RAC verläuft recht problemlos, was dazu verleitet, den vielen Log-Dateien nicht die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen – und sei es nur, sie zu löschen.
Log- und Tracedateien fallen im Grunde in 2 Bereichen an:
  • In der Grid-Infrastruktur
  • Datenbanken

GRID-Infrastruktur

Ein Großteil der Logdateien wird von der Clusterware verwaltet. Unterhalb von %GRID_HOME%\log\<host>\ liegen diverse Unterverzeichnisse mit rollierenden Logdateien. Bis auf 2 Ausnahmen muss man sich um nichts kümmern.
Folgende Logs auf jedem Node müssen manuell behandelt werden:
  • Das Clusterware-alert.log: %GRID_HOME%\log\<host>\alert<host>.log
  • Die Logs unterhalb: %GRID_HOME%\log\<host>\client\*

Alert.log - Clusterware

Das alert<host>.log wächst langsam. Auf meinem Beispielcluster mit 2 Knoten sind es nach einem Jahr Betrieb 15 bzw. 50MB.
Unter Windows kann das Logfile aber nicht wie unter Linux bei laufender Clusterware rolliert werden, da sich die Datei im Zugriff befindet.
Es bietet sich also an, das Log manuell im Zuge eines Wartungsfensters bei Windowsupdates zu rollieren.
Eine jährliche Rotation sollte ausreichen.
Ein Skript könnte so aussehen und im Zuge der Wartung per Windows-Scheduler beim Serverstart ausgeführt werden:
set GRID_HOME=D:\oragrid\11.2.0.3
set GRID_HOST=RAC1
set LOGPATH=%GRID_HOME%\log\%GRID_HOST%
set jahr=%date:~-4%
set monat=%date:~-7,2%
set tag=%date:~-10,2%
set LOGDATE=%jahr%%monat%%tag%

copy %LOGPATH%\alert%GRID_HOST%.log %LOGPATH%\alert%GRID_HOST%_%LOGDATE%.log
type nul > %LOGPATH%\alert%GRID_HOST%.log

OCRDUMP, OCRCHECK, OCRCONFIG, CRSCTL

Unterhalb %GRID_HOME%\log\<host>\client\* finden sich viele kleine Logdateien, die bei administrative Aufrufen von z.B. ocrcheck erzeugt werden.
Auf meinem Produktivsystem summierte sich der Platzbedarf innerhalb eines Jahres auf 200-250MB je Node. Mit diesem Skript kann man der Plage Herr werden:
set GRID_HOME=D:\oragrid\11.2.0.3
set GRID_HOST=RAC1
set LOGPATH=%GRID_HOME%\log\%GRID_HOST%

forfiles /P %LOGPATH%\client\ /S /M *.* /D -7 /C "cmd /c del /q @path"
Es löscht alle Dateien älter als 7 Tage. Wenn man das täglich oder monatlich über den Scheduler startet, hat man seine Ruhe.

Listener.log, listener_scan<#>.log rollieren

Auf jedem Knoten die Listener.log- und listener_scan1.log bis listener_scan3.log-Dateien umbenennen. Zum Beispiel:
%GRID_HOME%\log\diag\tnslsnr\<host>\listener\trace
%GRID_HOME%\log\diag\tnslsnr\<host>\listener_scan1\trace
%GRID_HOME%\log\diag\tnslsnr\<host>\listener_scan2\trace
%GRID_HOME%\log\diag\tnslsnr\<host>\listener_scan3\trace
Es genügt, die ursprüngliche log umzubenennen/löschen. Beim nächsten Eintrag wird eine neue Datei generiert.
Die Größe der Logs ist natürlich abhängig von der Aktivität auf dem Cluster. Auf meinem Beispielsystem liegen nach einem Jahr insgesamt 1,5GB an Listener-Logs vor.
Eine monatliche Rotation ist empfehlenswert.

ASM

Die Log- und Trace-Files der ASM-Instanzen werden im Automatic Diagnostic Repository gespeichert.
Das Housekeeping ist automatisiert.
Einstellungen zum Löschen alter Informationen:
  • Default 30 Tage
  • 365 Tage für das mechanische Alert File
Das Alert-log der ASM-Instanzen findet sich hier:
%ORACLE_BASE%\diag\asm\+asm\asm<#>\trace\alert_ asm<#>.log
Zum rollieren einfach
  1. die alert_ asm<#>.log in alert_ asm<#>_YYYYMMDD.log umbennennen und
  2. eine neue alert_ asm<#>.log anlegen.
Außerdem muss man sich um die Tracefiles unter %GRID_HOME%\RDBMS\trace selbst kümmern.

Datenbanken

Die RAC-DB verhalten sich wie die ASM-Instanzen:
Das Housekeeping wird vom ADR erledigt und um das alert.log muss sich der Admin kümmern.

Alert.log

Wie bei der ASM-Instanz auf allen Knoten unter %ORACLE_BASE%\diag\rdbms\<database>\<instance>\trace:
  1. alert_<instance>.log in alert_<instance>_YYYYMMDD.log umbennennen und
  2. neue alert_<instance>.log anlegen.

Sonstiges

OCR

Weiterhin gibt es laut Housekeeping 11gR2 RAC  unter %GRID_HOME%\cdata\<cluster>\ Sicherungen der OCR, die periodisch erzeugt und gelöscht werden müssen. In meiner WindowsServer-Installation existieren die angesprochenen Sicherungen nicht an dieser Stelle oder anderswo im GRID_HOME. Ich sehe bei Gelegenheit nach, ob diese in der ASM zu finden sind.

Auditfiles der ASM- und Datenbankinstanzen

Anders als in Housekeeping 11gR2 RACbeschrieben, existieren unter Windows diese Logs nicht im Filesystem. Dieses Auditing findet man in der Ereignisanzeige:
Event Viewer

Enterprise Manager DB Console / Enterprise Management Agent

Unterhalb %ORACLE_HOME%\<knoten>_<dbuniquename>\sysman\log befinden sich logs und tracefiles der DBCansole. Innerhalb eines Jahres kamen hier 120MB zusammen.
Monatliches Rollieren und Löschen kann nicht schaden.

cfgtoollogs

Hier zitiere ich direkt aus Housekeeping 11gR2 RAC :
Zu den bisher erwähnten Dateien sollte man noch auf das cfgtoollogs Verzeichnis (im $ORACLE_BASE und $ORACLE_HOME) achten. Je nach dem ob man häufiger mit OPatch die Oracle Homes überprüft, EMCA verwendet, um den Enterprise Manager umzukonfigurieren, oder den DBCA um Datenbanken anzulegen. Jedes dieser Tools schreibt ein Log in das entsprechende cfgtoollogs Verzeichnis. Sollte man in Skripten oder ähnlichem diese Tools periodisch verwenden, sollte auch das cfgtoollogs Verzeichnis von den anfallenden Logfiles befreit werden.
Je nach Aufkommen monatliches oder jährliches Löschen.

Fazit

Ob es sich lohnt bei einem 2-Knoten-RAC alle Einzelschritte zu verskripten ist Geschmackssache. Da das Datenaufkommen so gering ist, dass es genügt, die logs monatlich zu rollieren oder zu löschen, ist es zu verschmerzen, dies manuell zu erledigen. Netter Nebeneffekt: Man hat regelmäßig die Verzeichnisstruktur vor Augen.
Wenn man das Ganze in ein oder mehrere Skripte gießen und das gleich richtig machen will, bietet sich auf einem WindowsServer natürlich PowerShell an, statt lauter Batchdateien anzulegen.

Sonntag, 30. Dezember 2012

Es sich als Oracle-DBA auf einem Windowsserver gemütlich machen

Nach einer Standardinstallation der Oracle Datenbankksoftware auf einem Windowsserver sollte man folgende Anpassungen vornehmen, ohne die zwar auch arbeiten kann, das aber nicht sonderlich komfortabel.

Schnellstartleiste

in der Schnellstartleiste sollten sich diese Einträge befinden:
  1. Windows Explorer
  2. Services
  3. Server Manager
  4. Scheduler
Das alles braucht man häufig, wenn man die Oracle-DB auf dem Server administrieren muss.

Desktop

Auf dem Desktop lege ich verschiedene Verknüpfungen an, die ebenfalls häufig benötigt werden, welche in der Schnellstartleiste aber sehr schnell für Chaos sorgen würden.
Die Commandshell benötigt man natürlich oft und das auch noch mit unterschiedlichen Umgebungsvariablen je nachdem, mit welcher Datenbank oder unter welchem ORACLE_HOME man arbeiten möchte.
In einer frischen RAC-Installation hat man es sofort mit 2 ORACLE_HOME-Directories (Grid und DB), sowie 2 Instanzen (ASM und z.B. ORCL) zu tun.
Natürlich "weiß" CMD nicht, welche Umgebung man gerade braucht. Zu allem Überfluss gelten die Standard-Pfade bzw. das ORACLE_HOME der zeitlich zuletzt ausgeführten Oracle-Installation. Auf das Grid_Home hat man also keinen Zugriff ohne die Umgebung immer manuell zu modifizieren.

oraenv?

Unter Linux ist das Dank oraenv-Skript kein Problem. Unter Windows gibt es aus unerfindlichen Gründen kein oranev.
Es gibt eine Reihe von Anleitungen, sich das fehlende oraenv-Skript selbst zu erstellen. Eine entsprechende Lösung findet man nach kurzem googlen.

Command-Shell-Batches - oraenv für Arme

Die in einer RAC-Installation benötigten Aufrufe der CMD oder von SQLPLUS konfiguriert man sich mit einfachen Batchdateien, die auf dem Desktop als Verknüpfung abgelegt werden. In einer "normalen" - also einer Single-Instance-Installation ohne ASM benötigt man nur 2 dieser Batchdateien.
Unter zum Beispiel d:\skripte\oraenvbat\ werden also diese Batchdateien auf den jeweiligen Knoten angelegt:
  • cmd_grid1.bat
  • cmd_RACDB1.bat
  • sys_RACDB1.bat
  • asmcmd1.bat
  • sys_asm1.bat
Natürlich muss man diese dann auf jedem RAC-Knoten anlegen und die "1" durch den korrekten Wert ersetzen.

GRID shell - cmd_grid1.bat

In der cmd_grid1.bat wird die Umgebung für das GRID-Home und die ASM-Instanz gesetzt.
Hier zeigt die ORACLE_SID auf die "+ASM1"-Instanz. Die "1" steht dabei für die Instanz auf Node1 des RAC.
@echo off
SET ORACLE_SID=+ASM1
set SQLPATH=D:\skripte\oraenvbat
SET ORACLE_HOME=D:\oragrid\11.2.0.3
SET PATH=%ORACLE_HOME%\bin;%PATH%
set NLS_LANG=GERMAN_GERMANY.WE8PC850
%comspec%
pause

DB shell - cmd_RACDB1.bat

Die cmd_RACDB1.bat setzt ORACLE_SID der Instanz des RAC-Knotens (RACDB1), ORACLE_UNQNAME und Oracle-Home der Datenbank.
@echo off
SET ORACLE_SID=RACDB1
SET ORACLE_UNQNAME=RACDB
set SQLPATH=D:\skripte\oraenvbat
SET ORACLE_HOME=D:\oracle\product\11.2.0.3\dbhome_1
SET PATH=%ORACLE_HOME%\bin;%PATH%
set NLS_LANG=GERMAN_GERMANY.WE8PC850
%comspec%
pause

sqlplus auf die DB as sysdba - sys_RACDB1.bat

Es ist recht bequem, sich per Doppelklick auf die sys_RACDB1.bat als SYSDBA mit der DB  zu connecten. Und noch besser: hiermit kommt man auch noch auf Instanz des jeweiligen RAC-Knotens. (RACDB1)
@echo off
SET ORACLE_SID=RACDB1
set SQLPATH=D:\skripte\oraenvbat
SET ORACLE_HOME=D:\oracle\product\11.2.0.3\dbhome_1
SET PATH=%ORACLE_HOME%\bin;%PATH%
set NLS_LANG=GERMAN_GERMANY.WE8PC850
%ORACLE_HOME%\bin\sqlplus / as sysdba
pause

ASMCMD - asmcmd1.bat

Mit dieser Batchdatei startet man gleich ASMCMD.
@echo off
SET ORACLE_SID=+ASM1
set SQLPATH=D:\skripte\oraenvbat
SET ORACLE_HOME=D:\oragrid\11.2.0.3
SET PATH=%ORACLE_HOME%\bin;%PATH%
set NLS_LANG=GERMAN_GERMANY.WE8PC850
%ORACLE_HOME%\bin\asmcmd -p
pause

sqlplus auf die ASM as sysdba - sys_asm1.bat

Was man an Bequemlichkeit mit der sys_RACDB1.bat gewinnt, möchte man natürlich auch im Fall eines ASM-Connect haben.
@echo off
SET ORACLE_SID=+ASM1
set SQLPATH=D:\skripte\oraenvbat
SET ORACLE_HOME=D:\oragrid\11.2.0.3
SET PATH=%ORACLE_HOME%\bin;%PATH%
set NLS_LANG=GERMAN_GERMANY.WE8PC850
%ORACLE_HOME%\bin\sqlplus / as sysasm
pause
Mit diesen Batchdateien kommt man auf einem Windowssystem dann auch ohne oraenv gut über die Runden.